Fibro fog – Nebel im Kopf

 

„Ich habe Angst, dass ich dement werde!“ – diesen Satz höre ich sehr häufig, wenn ich mit Fibromyalgie-Betroffenen spreche. Und die Sorge kann ich durchaus nachvollziehen, wenn Patienten mir ihre Beschwerden schildern:

 

Viele Menschen, die an Fibromyalgie leiden, klagen darüber, dass sie sich kaum noch etwas merken können, sich stattdessen auch Kleinigkeiten (z. B. einzelne Besorgungen) aufschreiben müssen. Viele verlegen auch Gegenstände wie z. B. Schlüssel.

 

Was hat es mit dem Begriff „Fibro fog“ auf sich?

 

Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen – „fog“ heißt übersetzt Nebel. Und tatsächlich beschreiben viele Betroffene ihre Erfahrung so: Sie fühlen sich wie „benebelt“, als sei ihr Kopf nicht richtig klar. Die beschriebenen Probleme sind übrigens auch objektiv nachweisbar, z. B. in Konzentrationstests. Auch bildgebende Verfahren zeigen Veränderungen z. B. in der Durchblutung bestimmter Gehirnareale. Und eine medizinische Bezeichnung gibt es für den „Fibro-Nebel“ auch: Kognitive Dysfunktion heißt der Fachbegriff. Aber was sind die Ursachen für diese Probleme, die von manchen Betroffenen sogar als schlimmer als die Schmerzen eingeschätzt werden? Wie bei so vielen Fibromyalgie-Symptomen gibt es wahrscheinlich auch hier nicht die eine Ursache. Es ist eher das Zusammenkommen mehrerer Faktoren, das den Nebel im Kopf verursacht:

 

Das menschliche Gehirn ist ständig damit beschäftigt, Reize zu verarbeiten und auf diese zu reagieren. Bei Fibromyalgiepatienten ist dieses "Hintergrundprogramm" jedoch deutlich aufwändiger als bei anderen: Immer wieder treffen Schmerzreize ein - und auch andere Informationen, die von außen kommen (z. B. Geräusche und Gerüche) können nur unzureichend ausgeblendet werden. Es fällt dem Gehirn also schwer, Informationen zu filtern. Kein Wunder also, dass Betroffene Schwierigkeiten haben, sich auf Aufgaben oder Gespräche zu konzentrieren.

 

Doch was hilft gegen den Fibro fog?

 

Die gute Nachricht: Wenn es Ihnen insgesamt besser geht, die Schmerzen nachlassen und der Schlaf wieder erholsamer wird, bessern sich meist auch die geistigen Symptome. Doch es gibt auch einige bewährte Tipps, die Betroffene im Alltag umsetzen können, um die Beeinträchtigung zumindest in Grenzen zu halten:

 

Vielen fällt es zunächst schwer, sich einzugestehen, dass sie sich tatsächlich vieles aufschreiben müssen. Aber ist es wirklich angenehmer, darauf zu verzichten und immer wieder Termine und andere Dinge zu vergessen? Meiner Erfahrung nach ist es eine Entlastung, mit einem gut strukturierten Terminkalender und Notizbuch zu arbeiten. Ob klassisch in Papierform oder auf dem Smartphone - Hauptsache, Sie kommen damit gut klar und sparen damit geistige Energie, die sie dann wiederum in anderen Bereichen zur Verfügung haben!

 

Meiner Erfahrung nach lässt sich der Fibro fog nicht wirklich „beheben“ – aber vielen Patienten geht es schon deutlich besser, wenn sie Ihrem Gehirn auf diese Weise etwas mehr Regenerationszeit zugestehen. Zugegeben: Im stressigen Alltag ist es nicht immer leicht, diese Änderungen umzusetzen. Beginnen Sie mit ganz kleinen Schritten, etwa 2x 5 min Mini-Atementspannung pro Tag. Ein weiterer wichtiger Punkt, an dem es sich zu arbeiten lohnt, ist der Schlaf. Der ist nämlich für unsere tägliche Leistungsfähigkeit sehr wichtig, aber für Fibromyalgie-Betroffene oft alles andere als erholsam.

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